...der stoff aus dem realitäten sind!

mit Holz rechnen



  • Systematisierung im Holzbau – wer kann es?
  • Modulbauweise für standardisierten Geschosswohnbau tauglich?
  • Qualitätssicherung durch serielle Vor-Fertigung in Werkshallen – in der Automobilindustrie seit >50 Jahren umgesetzt – spart 45% der Bauzeit
  • Just in time – Baustellenlogistik wird zum eigentlichen Knackpunkt
  • Ästhetik am Prüfstand – die Vielfalt an Modellen macht´s möglich

Vorgefertigter Holzbau ist die Zukunft, sagt eine Architektin. Kürzere Bauzeiten und mehr Platz sprechen dafür. Bisher fehlt es aber oft am nötigen Wissen zur Berechnung der Baukosten.

Die Autoindustrie macht es vor. Fahrzeuge werden am Computer geplant, am Fließband produziert und fix und fertig an die Nutzer geliefert. Diese
Systematisierung ist effizient, spart Zeit und Kosten. „Eben das soll die Zukunft auch für die Bauwirtschaft bringen. .Die Vision ist, dass Module, etwa ein Zimmermodul oder eine Nasszelle inklusive Armaturen und Duschwanne, in der Fabrik. gefertigt, auf die Baustelle geliefert und dort zusammengestellt werden·. sagt Architektin Regina Lettner. Besonders hoch ist das Potenzial für die Systematisierung beim Baustoff Holz. Zwei Österreichische Unternehmen, die ein solches Konzept im Zuge einer Zusammenarbeit bereits umsetzen, sind Kaufmann Bausysteme aus Reuthe und der Projektentwickler Zima aus Dornbirn. Seriell vorgefertigte Grundmodule aus Holzmassivbauweise werden beim Purclivin-System aneinander angedockt“. Auf diese Weise entstehen Zwei- bis Vier-Zimmer-Einheiten mit 51 bis 75 Quadratmetern. Die Gebäude sind zu 95 Prozent naturlich. die Bauzeit vor Ort beträgt lediglich ein Drittel, der Betonanteil
wird auf zehn Prozent reduziert, und das gesamte Gebäude kann rückgebaut und recycelt werden . • Es gibt keine Verzögerungen durch klimatische Einflüsse und ein klares Zeil- und Kostenmanagement durch die Vorfertigung“, berichten die Entwickler.

Keine Fehler

Ziel ist, sagt auch Lettner, so wenig Zeit wie möglich auf der Baustelle zu verbringen, das reduziert Kosten. Zudem könnten durch Vorfertigung Zeitverzögerungen
und handwerkliche Fehler verhindert werden. Außerdem muss Holz – im Gegensatz zu anderen Baustoffen – nicht austrocknen, die Baustelle ist sofort begehbar. Und: Holzbauten bieten viele Möglichkeiten für Zwischen- und Umnutzung. so Lettner. Sie kritisiert, dass Holzbauten noch viel zu selten umgesetzt werden obwohl das Interesse bei Bauträgern und Investoren groß ist, laut Umfragen sogar bei 98 Prozent liegt. Lettner:

„Leider tun es viele nicht, weil sie das Gefühl haben, ihnen fehlt es an Wissen.“

Regina Lettner

Das stimme teilweise auch, so die Architektin. Zu Beginn eines Projekts werden bei der Baukostenberechnung mit unterschiedlichen Materialien oft Faktoren nicht bedacht, die einen ‚Holzbau günstiger machen würden. .Es werden Gemeinkosten einer herkömmlichen Baustelle kalkuliert,
dabei verkürzt sich beim vorgefertigten Holzbau die Bauzeit um etwa 45 Prozent“, so Lettner. Zudem rechne sich niemand aus, wie viel Eisen man sparen könnte, weil durch das geringere Gewicht die Erfordernisse an das Fundament stark reduziert werden. So entstehen Holzbauten mit Anforderungen, die eigentlich für Stahlbeton nötig wären. Zudem finden Berechnungen oft erst nach der Planung statt. .Jemand überlegt sich:

„Vielleicht könnten wir doch mit Holz bauen. Dann wird nachgerechnet, aber falsch. Von Anfang an in Holz geplant, wären viele Projekte günstiger.“

Regina Lettner



Lettner ist ist sicher: Holzbau ist genauso teuer wie Stahlbeton. Beweise dafür fehlen aber. Daher hat sie mit ihrem Unternehmen Baukult ZT eine Erhebung konzipiert, die dazu endlich Zahlen liefern soll. Wer -mit Holz bauen will, das gelte auch für Einfamilienhäuser, so Lettner, wisse oft nicht, wo er Informationen findet. Sie rät, sich an Pro Holz, Holzbau Austria oder
produzierende Betriebe zu wenden. Sie alle beschäftigen sich mit Statik, Brand- und Schallschutz von Holz – übrigens Themen, die oft mit Vorurteilen behaftet sind, für die es aber längst Lösungen gibt. Auch im Sinne der Nutzflächenoptimierung sei Holz der Baustoff der Zukunft, denn durch geringere Außenwandstärken ergeben sich drei Prozent mehr
nutzbarer Raum.

„Ich würde den Immobilienverantwortlichen raten, jetzt schon mit Holz anzufangen, dann sind sie in ein paar Jahren nicht unter den Letzten.
Das Argument, dass Architekten durch Gebäude aus der Fabrik arbeitslos werden, lässt Lettner nicht gelten: . Das klingt nach Retortenwohnen, aber auch in der systematisierten Autoproduktion gibt es verschiedene Modelle. So wird es auch bei Gebäuden sein.“

Regina Lettner



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