Knofelebenhaus am Schneeberg

Schutzhütte der Naturfreunde


NÖ Holzbaupreis 2012

Tulln, 15. Oktober 2012: zum 13. Mal wurde der Niederösterreichische Holzbaupreis verliehen. Die Neuinterpretation hinsichtlich Technik und Architektur überzeugte die Jury und machte baukult zum Sieger:

Regina Lettner und Günter Lagler gewannen in der Kategorie „Nutzbau“.

Anforderungen an das Architekten Team

Nachdem Abbrand der Hütte im Frühjahr 2011, wurde sie dank der Holzsystembauweise binnen eines Jahres wieder auf die Beine gestellt:

Die Schutzhütte der Naturfreunde sollte energieeffizienter werden. Holz sollte eine spürbare Präsenz einnehmen, ohne dabei auf Ästhetik zu verzichten.

Die baukult Architekten wählte eine Mischbauweise. – Klassischer Baustoff, vereint mit heimischen Holzarten. Dabei wurden Anforderungen an Bauphysik und Brandschutz berücksichtigt und das Projekt umgesetzt:

„Aufgrund der knappen Bauzeit und da wir vor dem Wintereinbruch dicht sein mussten, entschieden wir uns soweit wie möglich hoch wärmegedämmte Holz‐ und Sichtbetonfertigteile mit hohem Vorfertigungsgrad einzusetzen“, Regina Lettner zur Materialwahl.

Die Bauausführung erfolgte durch die Firma Schmid Bauunternehmung‐Holzbau GmbH:

Holzriegelelemente für die Außenhülle
Massivholzelemente für Zwischenwände und Dachkonstruktion

Als dauerhafter Schutz für die wind‐ und wetterfeste Hülle der geneigten Südfassade sowie die Dacheindeckung kam eine „Rheinzink“‐Verblechung zum Einsatz. Um den erhöhten Witterungsbelastungen zu widerstehen, wurde die ebenerdige Holzkonstruktion mit einer Putzfassade versehen.
Die nordseitige Sockelzone (Küchen‐, Sanitär‐ und Versorgungsbereich) wurde aus Fertigteil Sichtbetonwänden mit strukturierter Oberfläche errichtet. Lediglich der Keller wurde in Ortbeton ausgeführt.

Das Gebäude funktioniert im Inselbetrieb, – es besteht also kein Anschluss an das öffentliche Versorgungsnetz:

Über das Dach wird Regenwasser gesammelt, in Zisternen gelagert und zu Trinkwasser aufbereitet. Zur Warmwasseraufbereitung dienen 15 qm Solarkollektoren
auf dem Dachfirst. Für die Stromerzeugung wurden Photovoltaikelemente mit einer Leistung von 9,15 Kilowattpeak in die Südfassade integriert.

baukult Förderkonzept

Anfangs war das bewilligte Erstbudget lediglich die Versicherungssumme der Hütte. Erst durch das Einschalten unterschiedlichster Förderkanäle des Architekten Teams konnte das Projekt erfolgreich voranschreiten.

Innenraumklima dank Licht und Holz

Unterstützung in der Planung und Ausführung sicherte auch Velux, Marktführer im Bereich Dachflächenfenster. Heinz Hackl, Projektleiter und Tageslichtexperte bei Velux, brachte sein Know‐How bei der Tageslichtplanung ein:

„Die neue Schutzhütte besticht durch ihr ausgeklügeltes Tageslichtkonzept und ist das Musterbeispiel eines Active‐House. Es verbindet Energieeffizienz mit gutem Innenraumklima und stellt eine permanente Interaktion des Gebäudes mit seiner Umgebung dar.“

Ein kompakter Baukörper mit Südausrichtung sorgt für helle, lichtdurchflutete Zimmer. Dank dem wunderbaren Standort der Hütte – mitten in der Natur – harmoniert das Gebäude mit dem bewaldeten Gebiet.

Im Inneren der Schutzhütte wurden unterschiedliche Holzarten und Oberflächenstrukturen gewählt.

Erfolgsrezept Holz

Baukult durfte sich gemeinsam mit den Naturfreunden über das Resultat freuen. Das vollendete Projekt gefällt nicht nur den Planern. Weitere Preise und Auszeichnungen wurden abgestaubt:

• Österreichisches Umweltzeichen 2012
• Mei liabste Hütt’n Siegerin in der Kategorie „erwanderbare Hütten“ 2014
• erste Genusshütte in den Wiener Alpen